Wir waren dabei vom 6. bis 9. Juli 2011

Die Route der 1. SALOMON 4 TRAILS führt nicht nur in vier Etappen von Deutschland über Österreich in die Schweiz, sondern auf 157,4 Kilometern und rund 9.899 Höhenmetern auch über zahlreiche Pässe und Gipfel.     
 
Garmisch - Ehrwald
36,2 Km 2400 hm
Mannschaftswertung 7.
Ehrwald - Imst
43,2 Km 2660 hm
Mannschaftswertung 6.
Imst - Landeck
31,1 Km 1850 hm
Mannschaftswertung 6.
Landeck - Samnaun
45,3 Km 2900 hm
Mannschaftswertung 6.
2. Rang  Senior Master Men     Sigron Stefan             1961 CH-Domat/Ems               23:09.20,4     25.    Overall
                             5:40.22,1     4. ¦  6:31.06,9     2. ¦  4:13.09,6     2. ¦  6:44.41,8     2. ¦
8. Rang  Master Men              Jäger Marco               1964 CH-Chur                        21:44.37,1     18.    Overall
                            5:04.24,2     8. ¦  6:25.56,7    10. ¦  3:58.18,8     8. ¦  6:15.57,4     8. ¦
4. Rang  Men                        Knupfer Stefan            1982 CH-Grabs                      20:36.22,3     10.    Overall
                            4:39.15,9     5. ¦  6:20.33,7    13. ¦  3:54.01,9     7. ¦  5:42.30,8     5. ¦
9. Rang  Master Woman          Baer Ursula                 1967 CH-Trimbach                 32:17.18,8     18.    Overall
                           7:25.31,0    11. ¦  9:53.12,5    11. ¦  6:01.33,7    10. ¦  8:57.01,6     7. ¦
Rangliste  Datasport Fotos Tag 1 Fotos Tag 2 Fotos Tag 3 Fotos Tag 4

Zeitungsbericht in der Südostschweiz vom 12.Juli 2011,  Sport Regional
Zeitungsbericht in der Regionalzeitung Riiblatt

 >> Erlebnisbericht von Stefan <<   als pdf

 

Tag 0 - Bekannte Gesichter und ein paar Problemfälle… 

Früh aufstehen, an den Wettkampf fahren, den Wettkampf absolvieren, duschen, nach Hause fahren. So läuft es üblicherweise ab. Wenn PlanB etwas organisiert, dann ist alles anders. Herzliche Begrüssung, viele bekannte Gesichter, jeden Abend gemeinsames Nachtessen aller Teilnehmenden, jeden Abend ein tolles Fest mit Bildern und Film des Tages, Vorschau auf den nächsten Tag. Und sogar unterwegs immer wieder Gespräche mit anderen Teilnehmenden.

Marco mit einem neuen Laufschuh und dem Frust vom nicht fertig gelaufenen Zugspitze Ultratrail im Gepäck, Stefan K mit dem gleichen Gepäck vom Ultratrail und zusätzlich einem dick eingebundenen Knie mit Meniskusproblemen. Ursi und Stefan S. locker, mit einem schönen Zugspitze-Erlebnis als Aufsteller. Dann schon die erste Pasta-Party. Noch machte es Spass, mit ein paar guten Teigwaren die Kohlenhydratspeicher zu füllen. Dazu ein Weizen, oder zwei…(oder drei). Dass Ursi dabei ist, haben wir erst kurz vor dem Anlass herausgefunden. Sie hatte sich ganz heimlich angemeldet.

Zuerst gilt es dann, im Hotelzimmer alles in die erhaltene 100-Liter Salomon-Tasche zu füllen, denn nur diese wird transportiert. Ein Vorteil für diejenigen, die alles in einer klein zusammenlegbaren IKEA-Tasche angeschleppt haben. Dann alles vorbereiten für die erste Etappe.

 

Tag 1 – Hitzestau

Von Garmisch nach Ehrwald. Materialkontolle vor dem Start. Die ganze Pflichtausrüstung wird kontrolliert. Mit 36 km und 2'500 Hm eigentlich eine ideale Aufwärmetappe. Den Zugspitzläufern ist die Strecke grösstenteils bekannt, denn die Strecke beinhaltet den letzten Auf- und Abstieg vom Ultratrail, sowie einen grossen Teil der Strecke ab dem Ultratrailstart in Grainau. Nichts mit Aufwärmen. Es ist heiss. Die Strecke führt kaum über 2'000 MüM. Mit vielen nicht allzu langen Auf- und Abstiegen. Flüssigkeitszufuhr ist das Wichtigste, und Salz (was auch Marco noch lernen wird). Eigentlich keine schöne Etappe für uns Bergläufer, weil man fast nur im Wald ist. Immerhin, das Knie von Stefan K hält. Wir sind jetzt in Österreich. Duschen. Schinken-Käse-Toast, Weizenbier. Und am Abend Teigwaren.

 

Tag 2  - Dehydration, Zehennagelbohren und das Matterhorn von Imst 

Von Ehrwald nach Imst. Der Start wird vorverlegt auf 7 Uhr wegen den für nachmittags angesagten Gewittern. Frühstück um 5 Uhr. Der Bauch ist noch voll Teigwaren. Ein erstes Mal schon der Kampf mit dem Essen müssen. Immerhin stehen heute 44 km und +2’700/-2’900Hm auf dem Programm und gleich zu Beginn ein Anstieg von 1'300 Hm. Wieder genaue Materialkontrolle, wie auch in den nächsten Tagen. Stefan K. mit einem schön rot-weiss (Österreich oder Schweiz?) eingebundenen Knie. Beim zweiten Anstieg zeigt sich dann, wer das Profil und die Standorte der 3 Verpflegungsstellen gut studiert hat. Einige Läufer kommen völlig dehydriert zum letzten Posten. Stefan K kann sich mit einem Schluck aus einer Fotografenflasche und mit Schwindel gerade noch zur letzten Verpflegungsstelle retten, während Marco mit Stefan S. im Nacken mit Blasen an den Füssen und mit blauen Zehen kämpft. Zum Glück kann er sich bei Salomon andere Laufschuhe auslehnen. Eine Nummer grösser als üblich, wegen den blauen grossen Zehen. Es braucht aber auch einiges, einen Schuh in US 11 zu kaufen, wenn man eigentlich UK 11 hat… Marco weiss jetzt: UK und US sind nicht nur verschiedene Länder, sondern auch verschiedene Schuhgrössen. Und er weiss jetzt auch, wie man Zehennägel von oben her aufbohrt, damit das Blut raus kann. Stefan K beobachtet die Operation während ein Mitglied des Rescue-Teams auf ihn zeigt und fragt, ob es ihm nicht gut gehe. Er weiss halt nicht, dass Stefan K. immer so dreinschaut. Auch Ursi trifft ein. Zufrieden, sie nimmt’s easy. Wir schauen jeweils das Höhenprofil an, sie die maximalen Durchgangszeiten an den Kontrollstellen. Aber die werden im ganzen 4Trails nie ein Problem für sie. Duschen, Schinken-Käse-Toast, Weizenbier. Am Abend dann wieder… Pasta. Genau. Bis zum Halszäpfli. Wenn wir reden sieht man sicher hinten im Hals Teigwaren. Aber: Es war eine wunderschöne Strecke! Und als Abschluss erhält Stefan S. bei der Siegerehrung des Tages noch ein paar Geschenke vom Tourismusverantwortlichen von Imst, darunter eines mit einem Bild vom Matterhorn drauf. Der Marketing-Supergau.

 

Tag 3- Bergsteigen

Von Imst  nach Landeck. Nur 31 km und 1'900 Hm. Aber mit einem Startaufstieg von 700 MüM auf  2'200 MüM…und einem anschliessenden Abstieg mit 1’500 Hm. Vorgesehen wäre eigentlich ein Aufstieg auf 2'500 MüM gewesen. Die Organisatoren wollen aber das Glück nach dem gestrigen Tag nicht herausfordern und nehmen aurfgrund der erneuten Gewittergefahr in den Bergen eine leichte Korrektur vor. Das Knie von Stefan K hält immer noch. Das Rescue-Team leistet gute Arbeit. Eingebunden wie ein Kriegsversehrter zieht Stefan K sein Ding durch. Kurz nach dem Start entschwindet er auch heute wieder. Es geht über wunderschöne Trails mit einem grossartigen Panorama, auch wenn teilweise der Nebel die Sicht etwas einschränkt. Duschen. Schinken-Käse-Toast, Weizenbier. Und am Abend Teigwaren. Nach einer Intervention der Organisatoren kann der an diesem Abend für das Essen Verantwortliche sogar gezwungen werden, uns nachzuschöpfen. Wobei er die Portionen peinlich genau zählt und notiert. Beim Nachtschoppen in unserem Hotel zeigt sich der Hotelbesitzer entsetzt über diese Unverschämtheit und diesen Geiz, während sein Frau uns mitleidig fragt, ob sie uns noch etwas zu essen machen soll.

 

Tag 4 – Einzug ins Bündnerland

Von Landeck nach Samnaun. 45km mit 3'000 Hm stehen auf dem Programm. Die Königsetappe zum Schluss. Stefan S. geht es heute darum, seinen zweiten Kategorienplatz zu verteidigen. Nur nicht heute eine Krise einfangen. Er packt alles an Verpflegung in den Rucksack, was er noch hat. Plus 1.5 Liter in die Trinkblase, einen halben Liter in eine separate Flasche und 2 dl. Recoveryshake. Wegen Sehnenschmerzen am rechten Bein kommt sicherheitshalber auch noch eine Schmerztablette in den Rucksack. Stefan K. mit eingebundenem Knie wie immer. Von knapp 800 MüM geht es gleich einmal hinauf auf 2'400 MüM. Steil, teilweise in der Direttissima den Hang hinauf. Und Marco beginnt Gefallen zu finden an Cherry-Tomaten mit Salz. Im zweiten Anstieg geht es dann hinauf zum höchsten Punkt der 4 Trails auf fast 2'800 MüM. Danach verschiedene Passagen, wo man sich fragt, wo denn zwischen all diesen grossen Steinen ein Weg sein soll. Einziger Anhaltspunkt sind orange Markierungen. Von Weg oder Trail keine Spur. Zum Schluss dann noch ein fast 9 Km langes letztes coupiertes Stück nach Samnaun. Die Vertreterin von Samnaun Tourismus ist begeistert über die Bündner Läufer und fotografiert uns von allen Seiten. Stefan ist happy über seinen 2. Kategorienrang, Marco hat seine Enttäuschung vom Ultratrail in den 4 Tagen verdaut und Stefan K. zeigt, dass er auch glücklich dreinschauen kann. Duschen. Schinken-Käse-Toast, Weizenbier. Allerdings zu ganz anderen Preisen als vorher noch in Österreich. Dann trifft auch Ursi ein, gut gelaunt. Ihr ist es jeden Tag besser gegangen. Am Abend mit der doppelstöckigen Bahn auf den Gipfel, wo – wie es sich für einen solchen Lauf gehört – eine tolle Abschlussparty mit Blick auf die Bergwelt stattfindet. Siegerehrung mit „Second place, from Switzerland, running for Team Alpinrunner Switzerland…“. Jeder Finisher wird namentlich nach vorne gerufen und erhält sein Shirt. Alle übriggebliebenen Shirts kommen in einen Kehrichtsack und werden verbrannt. Nur wer Finisher ist, soll mit so einem Shirt herumlaufen dürfen. Und am Schluss sitzen und stehen alle wieder auf der Bühne. Im Finishershirt. Und singen „Highway to Hell“. Die Melodie, die jeden Tag den Start eingeläutet hat.

 

Tag 5 – Fazit 

Der Salomon 4Trails hat Zukunft. Ein wunderschöner Lauf, vielleicht mit der einen oder anderen Anpassungsmöglichkeit was die Strecke anbelangt. Und wieder viele Lauffreunde von früheren Läufen getroffen und neue kennengelernt. Und man kennt die Alpinrunner inzwischen. Die roten Shirts „Team Alpinrunner“ haben den Speaker jeden Tag zu Höhenflügen getrieben. Sogar Stefan K. wurde beim Zieleinlauf als „erster Schweizer im Ziel“ ausgerufen. Was ihn sichtlich berührte, auch wenn der Speaker das dann noch korrigierte. Und alle, die nicht dabei waren: ihr habt definitiv etwas verpasst (ärgert euch ruhig ein wenig).

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