Flesspass
von Susch über den Flesspass
nach Klosters
vom Engadin ins Prättigau
32 Km +1076/-1247 hm
Samstag 15.Oktober 2005 Bericht von Jonny

Goldener Oktober im bündnerland!!! Da kann
ein Alpinrunner unmöglich daheim bleiben.
Mit dem Auto nach Klosters und weiter mit der RhB durch den Vereinatunnel nach
Susch im Unterengadin. Oef.....war es kalt wie ich aus dem Zug ausstieg: minus
2°, und Jonny in kurze Hose. Ab einer bestimmter Höhe würde ich schon in die
Sonne kommen.
Schnell zog ich los. Durch das Dorf zur Flüelapasstrasse die ich kurz folgen
musste um in den Wanderweg ein zu biegen. Der Wanderweg verläuft parallel an der
Passtrasse und es ist herrlich die Engadiner Herbststimmung (mit Frostreife) ein
zu fangen. Die Farben der Lerchen scheinen im Sonnenlicht prächtig. Circa 5 Km
geht es leicht steigend durch Wälder und über Wiesen, bis zur Alp Pra Dadoura
auf 1808 hm. Die ganze Strecke verläuft an der schhäumenden Susasca entlang. In
Röven, die Postautohaltestelle an der Passtrasse, zweige ich ab zum Einstieg ins
Flesstal. An der Aua da Fless entlang geht es recht steil hoch zur Alp Fless
Dadoura. Im weiteren Verlauf wird das Tal recht karg und die hohen Berge links
und rechts machen Eindruck, vor allem weil überall grosse Steinrüfen hinunter
gekommen sind. Teils war es schwierig die Wegmarkierungen zu finden in den
Geröllhalden. Ab der Alp Fless Dadaint (2119 hm) komme ich auf einen sehr
steiningen Weg durch das Val Torta. Es wurde mir ein wenig mulmig. Hatte meine
Wanderkarte im Auto liegen lasen, ebenso mein Handy. Wusste nicht mehr recht ob
ich auf den richtigen Weg war. Kam nach einer Weile bei einigen Seen vorbei und
meinte es seien die Jöriseen. Dem war nicht so. Die Steinen waren nun bereits
mit einer Schnee/Eisschicht bedeckt und Wegmarkierungen überhaupt nicht mehr zu
sehen und weit und breit keine Wandertafel. Auf einmal sah ich eine Velospur und
Fusspuren. Hoffte das der Velofahrer über den Flesspass gekommen sei oder
gegangen ist. Da kam meine Erlösung: eine Wandertafel. Und es war sogar die
Wandertafel vom Flesspass auf 2453 hm. Das war somit geschafft und mir viel
einen Stein vom Herzen den richtigen Weg gefunden zu haben. Aber........der
Schnee war bickelhart gefroren und sehr rutschig. Hinunter ging es eine Weile
sehr steil über einen kaum sichtbaren Pfad durch eine Mulde. Auf Händen und
Füssen habe ich mich Schritt um Schritt hinunter gewagt. Es war schon ein wenig
beängstigend in dieser "Mondlandschaft" alleine unterwegs zu sein. Nach der
Mulde war es nicht mehr so steil und bald schon lief ich wieder in der Sonne.
Durch das Süssertal kam ich am Berghaus Vereina auf 1943 hm. Macht aber eher den
Anschein eines Nobelhotels. Ab hier folge ich die Fahrstrasse durch ein enges
Tal und verliere sehr schnell an Höhe, alles am wilden Vereinabach entlang. Nun
geht es nicht mehr so steil hinunter und muss mich aber einen geeigneten Weg
suchen nach
Klosters. Durch das letzte Unwetter wurde eine rechte Schneise in der
Landschaft gezogen und die Wanderwege am Bach entlang gibt es nicht mehr. Am
besten bleibt man auf der Fahrstrasse nach Monbiel und weiter bis Klosters
Platz. Genau 32 Km hatte ich auf dem Kilometerzähler wie ich beim Bahnhof zum
Auto kam. Es war eine sehr eindrückliche Tour. Mein Respekt vor den alpinen
Gebieten ist gestiegen.
Es blieb noch Zeit für eine Erholung im Eau la-la in Davos, Sauna und Sprudeln.