Zugspitz Ultratrail und Supertrail 2011 
vom
25. Juni 2011
    Ultratrail  101 Km  5670  /    Supertrail  70 Km +3380 / -3749 hm

Bericht und Erlebtes zusammengefasst von Stefan Sigron :

Starke Bündner Alpinrunner am 1. Zugspitze Ultratrail

Der Zugspitze Ultratrail und seine kürzere Variante Supertrail könnten in Europa zu einem neuen Highlight der Ultratrail-Szene werden. Bereits bei der Première haben sich rund 750 Läufer und Läuferinnen angemeldet, darunter auch absolute Weltklasseläufer wie der Südafrikaner Ryan Sandes, der als erster Läufer alle Rennen des 4 Desert-Cups gewinnen konnte, sowie unter anderem diverse Top-Läufer der Salomon Teams Deutschland und Spanien und der erst 19-jährige, als künftiger Star der Ultraszene gehandelte Philipp Reiter. Mit insgesamt 9 Läufer/innen, mit Ausnahme von Ernesto Sicurelli aus Davos alles Mitglieder der Bündner Alpinrunner, waren auch die Bündner stark vertreten und erzielten teilweise sogar Podestplätze. Gewonnen wurde die Langdistanz vom Spanier Miguel Heras, der unter anderem schon den Trans Gran Canaria gewonnen hat, in knapp 11 Stunden. Die Kurzdistanz entschied der erwähnte Philipp Reiter und damit der jüngste Teilnehmer in knapp über 7 Stunden für sich. Bei den Frauen siegten die Deutsche Julia Böttger, die schon mehere Bergläufe für sich entscheiden konnte, in 14 Std. 15 Min. bzw. Kasia Zaiac in knapp über 9 Stunden.

 

Bei ausgezeichneten Verhältnissen und nur gegen Abend leichtem Regen und einem kalten Wind in den Bergen, gelangen den Büdnern auf der abwechslungsreichen, teilweise sehr schwierigen Strecke einige ausgezeichnete Resultate. Auf der langen Distanz über 101 km mit 5'500 Höhenmetern lief der 50-jährige Emser Stefan Sigron von Beginn weg ein kontrolliertes Rennen. „Ich habe den ganzen Lauf keine Gedanken an irgendeine Klassierung verschwendet. Das Erlebnis sollte im Vordergrund stehen, zumal ich in 10 Tagen noch am Salomon 4Trails starte, einem Lauf mit 4 Etappen über insgesamt rund 170Km und 10'000 Hm“ Die Überraschung beim Zieleinlauf war dann auch gross, als der Speaker ihn nach 13 Std. und 54 Min. vor kurz vor 21 Uhr als 2. der Kategorie Senior Master ankündigte. Rund 30 Minuten nach ihm und noch vor Einbruch der Dunkelheit traf dann als 24. des Gesamtklassements schon der Churer Daniel Jörg ein. Er konnte von den letzten 2 Jahren gemachten Erfahrungen auf langen Distanzen profitieren, teilte sein Rennen entsprechend gut ein und freute sich über einen regelmässigen Lauf. „Einer meiner bisher besten Wettkämpfe. Schöne Strecke, super organisiert. Eine blaue Zehe hat’s zwar gegeben, aber erstaunlicherweise am nächsten Tag keinen Muskelkater.“ Die anderen Bündner Läufer schafften den Zieleinlauf nicht mehr bei Tageslicht und mussten einen Teil der technisch teilweise sehr schwierigen Strecke im Licht der Stirnlampe absolvieren. Ein Erlebnis, das zwar auch das Spezielle an solchen Wettkämpfen ausmacht, aber auch zu einigen Stürzen führte. Fausto Pellegrini kam trotz heftigen Magenproblemen kurz nach Mitternacht ins Ziel. Der Davoser Ernesto Sicurelli, mehrfacher Teilnehmer des Ultra Trail Mont Blanc, erreichte das Ziel kurz nach 1 Uhr in der Nacht in 18 Std. 12 Min. Nur wenige Minuten nach ihm erreichte auch der Churer Thomas Tscharner das Ziel: „Die Strecke war zwar abwechslungsreich, hatte aber auch die eine oder andere langweilige Passage drin. Überrascht haben mich die sehr schwierigen Abstiege, die ich jedoch gerne laufe. Und ich konnte im Gegensatz zu den ganz schnellen Läufern auch vor dem letzten Abstieg noch eine Blick auf das nächtlich beleuchtete Garmisch werfen.“ Dass jeder Extremlauf seine eigenen Gesetze kennt, musste auch der sonst in solchen Wettkämpfen stark laufende Churer Marco Jäger erfahren. Er lief immer wenige Minuten vor Sigron, konnte ab Km 40 wegen starker Übelkeit nur noch gehen und gab das Rennen kurz danach auf. „Es fällt natürlich immer schwer, aufzugeben. Aber es war auch im Nachhinein gesehen die richtige Entscheidung.“

 

Auf der kürzeren Distanz von 67 Km mit 3'500 Hm, gelang der Trimmiserin Marianne Joos sogar der Kategoriensieg. „Ich konnte fast problemlos durchlaufen, auch wenn die letzten 10 km sehr hart waren. Aber so soll es in einem solchen Lauf ja auch sein.“ Weil in dieser Kategorie nur 9 Frauen ins Ziel kamen, gab es reglementsgemäss keine Preisverleihung, weshalb sie trotz der guten Leistung nicht in den Genuss kam, auf das Podest steigen zu dürfen. Im Gesamtklassement reichte es aber immerhin noch zu einem tollen 11. Rang, während ihr Mann, Markus Joos, das Kategorienpodest als 4. nur knapp verpasste und in der Gesamtwertung mit einem 9. Rang ebenfalls ausgezeichnet abschnitt. Er lag zwischenzeitlich sogar auf Rang 3. Magenkrämpfe warfen ihn aber etwas zurück. Markus und Marianne Joos hatten sich erst kurzfristig und nach guten Wetterprognosen angemeldet. Dem 62-jährigen Felsberger Werner Moser gelang ein regelmässiger Lauf, der ihn auf Platz 139 brachte. „Ein anspruchsvoller Lauf. Jetzt steht zuerst einmal Regeneration auf dem Programm“.

 

Für einige der Bünder Teilnehmer steht als nächstes der K78 in Davos auf dem Programm. Und dann natürlich anfangs September der Transalpine Run. Ein Lauf in 8 Etappen durch 3 Länder, mit 260km und 15'000 Höhenmetern. Die Alpinrunner werden gleich mit 9 Zweierteams teilnehmen.

weiterer Bericht von Thomas

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