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Bericht und Erlebtes zusammengefasst von
Stefan Sigron :
Starke Bündner Alpinrunner am 1.
Zugspitze Ultratrail
Der
Zugspitze Ultratrail und seine kürzere Variante Supertrail
könnten in Europa zu einem neuen Highlight der Ultratrail-Szene
werden. Bereits bei der Première haben sich rund 750 Läufer und
Läuferinnen angemeldet, darunter auch absolute Weltklasseläufer
wie der Südafrikaner Ryan Sandes, der als erster Läufer alle
Rennen des 4 Desert-Cups gewinnen konnte, sowie unter anderem
diverse Top-Läufer der Salomon Teams Deutschland und Spanien und
der erst 19-jährige, als künftiger Star der Ultraszene
gehandelte Philipp Reiter. Mit insgesamt 9 Läufer/innen, mit
Ausnahme von Ernesto Sicurelli aus Davos alles Mitglieder der
Bündner Alpinrunner, waren auch die Bündner stark vertreten und
erzielten teilweise sogar Podestplätze. Gewonnen wurde die
Langdistanz vom Spanier Miguel Heras, der unter anderem schon
den Trans Gran Canaria gewonnen hat, in knapp 11 Stunden. Die
Kurzdistanz entschied der erwähnte Philipp Reiter und damit der
jüngste Teilnehmer in knapp über 7 Stunden für sich. Bei den
Frauen siegten die Deutsche Julia Böttger, die schon mehere
Bergläufe für sich entscheiden konnte, in 14 Std. 15 Min. bzw.
Kasia Zaiac in knapp über 9 Stunden.
Bei ausgezeichneten Verhältnissen und nur
gegen Abend leichtem Regen und einem kalten Wind in den Bergen,
gelangen den Büdnern auf der abwechslungsreichen, teilweise sehr
schwierigen Strecke einige ausgezeichnete Resultate. Auf der
langen Distanz über 101 km mit 5'500 Höhenmetern lief der
50-jährige Emser
Stefan Sigron von Beginn weg ein kontrolliertes Rennen.
„Ich habe den ganzen Lauf keine Gedanken an irgendeine
Klassierung verschwendet. Das Erlebnis sollte im Vordergrund
stehen, zumal ich in 10 Tagen noch am Salomon 4Trails starte,
einem Lauf mit 4 Etappen über insgesamt rund 170Km und 10'000
Hm“ Die Überraschung beim Zieleinlauf war dann auch gross, als
der Speaker ihn nach 13 Std. und 54 Min. vor kurz vor 21 Uhr als
2. der Kategorie Senior Master ankündigte. Rund 30 Minuten nach
ihm und noch vor Einbruch der Dunkelheit traf dann als 24. des
Gesamtklassements schon der Churer
Daniel Jörg ein. Er konnte von den letzten 2 Jahren gemachten
Erfahrungen auf langen Distanzen profitieren, teilte sein Rennen
entsprechend gut ein und freute sich über einen regelmässigen
Lauf. „Einer meiner bisher besten Wettkämpfe. Schöne Strecke,
super organisiert. Eine blaue Zehe hat’s zwar gegeben, aber
erstaunlicherweise am nächsten Tag keinen Muskelkater.“ Die
anderen Bündner Läufer schafften den Zieleinlauf nicht mehr bei
Tageslicht und mussten einen Teil der technisch teilweise sehr
schwierigen Strecke im Licht der Stirnlampe absolvieren. Ein
Erlebnis, das zwar auch das Spezielle an solchen Wettkämpfen
ausmacht, aber auch zu einigen Stürzen führte.
Fausto Pellegrini
kam trotz heftigen Magenproblemen kurz nach Mitternacht ins
Ziel. Der Davoser
Ernesto Sicurelli, mehrfacher Teilnehmer des Ultra Trail
Mont Blanc, erreichte das Ziel kurz nach 1 Uhr in der Nacht in
18 Std. 12 Min. Nur wenige Minuten nach ihm erreichte auch der
Churer Thomas
Tscharner das Ziel: „Die Strecke war zwar
abwechslungsreich, hatte aber auch die eine oder andere
langweilige Passage drin. Überrascht haben mich die sehr
schwierigen Abstiege, die ich jedoch gerne laufe. Und ich konnte
im Gegensatz zu den ganz schnellen Läufern auch vor dem letzten
Abstieg noch eine Blick auf das nächtlich beleuchtete Garmisch
werfen.“ Dass jeder Extremlauf seine eigenen Gesetze kennt,
musste auch der sonst in solchen Wettkämpfen stark laufende
Churer Marco Jäger
erfahren. Er lief immer wenige Minuten vor Sigron, konnte ab Km
40 wegen starker Übelkeit nur noch gehen und gab das Rennen kurz
danach auf. „Es fällt natürlich immer schwer, aufzugeben. Aber
es war auch im Nachhinein gesehen die richtige Entscheidung.“
Auf der kürzeren Distanz von 67 Km mit
3'500 Hm, gelang der Trimmiserin
Marianne Joos
sogar der Kategoriensieg. „Ich konnte fast problemlos
durchlaufen, auch wenn die letzten 10 km sehr hart waren. Aber
so soll es in einem solchen Lauf ja auch sein.“ Weil in dieser
Kategorie nur 9 Frauen ins Ziel kamen, gab es reglementsgemäss
keine Preisverleihung, weshalb sie trotz der guten Leistung
nicht in den Genuss kam, auf das Podest steigen zu dürfen. Im
Gesamtklassement reichte es aber immerhin noch zu einem tollen
11. Rang, während ihr Mann,
Markus Joos,
das Kategorienpodest als 4. nur knapp verpasste und in der
Gesamtwertung mit einem 9. Rang ebenfalls ausgezeichnet
abschnitt. Er lag zwischenzeitlich sogar auf Rang 3.
Magenkrämpfe warfen ihn aber etwas zurück. Markus und Marianne
Joos hatten sich erst kurzfristig und nach guten Wetterprognosen
angemeldet. Dem 62-jährigen Felsberger
Werner Moser
gelang ein regelmässiger Lauf, der ihn auf Platz 139 brachte.
„Ein anspruchsvoller Lauf. Jetzt steht zuerst einmal
Regeneration auf dem Programm“.
Für einige der Bünder Teilnehmer steht als
nächstes der K78 in Davos auf dem Programm. Und dann natürlich
anfangs September der Transalpine Run. Ein Lauf in 8 Etappen
durch 3 Länder, mit 260km und 15'000 Höhenmetern. Die
Alpinrunner werden gleich mit 9 Zweierteams teilnehmen.
weiterer Bericht von
Thomas
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